Die Richard Wagner Stipendiatenstiftung

StipendiatenRichard Wagner hatte sich seine Festspiele in Bayreuth als Volksfestspiele gedacht, wie sie vor mehr als 2000 Jahren in Griechenland stattgefunden haben. Dazu sollte wie damals auch der freie Eintritt gehören. Als sich dies aus verständlichen Gründen nicht verwirklichen ließ, regte er 1882 - ein Jahr vor seinem Tod - ein neues "Patronat" an. Es sollte zumindest "tüchtigen Freunden meiner Kunst bei freiem Eintritt, ja nötigenfalls durch Übernahme der Kosten der Reise und des freien Aufenthalts" den Besuch der Festspiele ermöglichen. So entstand die Richard-Wagner-Stipendienstiftung.
Heute stellen in erster Linie die im Richard Wagner Verband International zusammengeschlossenen deutschen und ausländischen Richard-Wagner-Verbände und -Gesellschaften der Stiftung die benötigten Geldmittel zur Verfügung. Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth leistet einen Zuschuss.

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Das Verfahren

Bewerbungen erfolgen ausschließlich über die Vorsitzenden der Richard-Wagner-Verbände. Die Entscheidung über die Anträge trifft der Vorstand der Stiftung im Frühjahr jeden Jahres. Ein Zuschuss zu den Reise- und Aufenthaltskosten kann gewährt werden, wenn er beantragt und ausreichend begründet wurde (Einkommensverhältnisse des Bewerbers bzw. - falls in der Ausbildung - seiner Eltern). Die Bescheide werden anschließend den Richard-Wagner-Verbänden zur Übergabe an die Stipendiaten zugesandt.

Vorsingen

Der Antrag vor 1985 enthielt auch noch die Frage, ob ein Vorsingen im Festspielhaus gewünscht werde. Dabei handelte es sich um ein Vorsingen mit dem Ziel, in den Festspielchor aufgenommen zu werden. Die Zahl der Anträge nahm immer mehr zu; da regte man seitens des Chorsekretariats an, Tonträger mit einsenden zu lassen und anhand dieser eine Vorauswahl zu treffen. Als dann offenbar wegen des damals überwiegend jugendlichen Alters der Bewerber auch in diesem Jahr der Erfolg in keinem Verhältnis zum Aufwand gestanden hatte, wurde die Unternehmung eingestellt. Die Stipendiaten erhalten seither vom Chorsekretariat die offiziellen Vorsingtermine in den verschiedenen Städten auf Anfrage mitgeteilt.

Stipendiatentreffen

Einen festen Platz im Programm hat seit 1989 auch das Stipendiatentreffen. Es hat den Stipendiatenempfang abgelöst. Es findet überwiegend im Internat der Handwerkskammer statt, in dem ja schon rund 170 der Stipendiaten wohnen. Die Stiftung zeigt sich stets großzügig und lädt die Stipendiaten zu einem warmen und kalten Büffet und zu freien Getränken ein. Für das Programm sorgen die Stipendiaten durch meist spontane Auftritte selbst. Immer wieder folgen auch Solisten der Festspiele der Einladung der Stipendienstiftung.